Aperol-Dupes im ehrlichen Check

Der ehrliche Check

Einen echten Aperol-Dupe gibt es nicht — einen ehrlichen Vergleich schon.

Du suchst einen Aperol-Dupe: etwas, das in dieselbe Richtung geht, nur günstiger oder ohne Alkohol. Hier steht, was das Wort bei Getränken überhaupt bedeutet, welche fünf Angaben beim Vergleichen wirklich entscheiden — Zucker, Farbstoffe, Basis, Alkohol und wer dahintersteht — und warum Sankt Sprizz bewusst keine Kopie ist, sondern eine eigenständige, fein herbe Antwort aus Bayern.

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Bio-Aperitivo aus Bayern, trinkfertig in der 200-ml-Flasche: Basis Bio-Wein mit Kräuterextrakten aus Enzian und Wermut, 5,5 g Zucker je 100 ml (Süße der Trauben), ohne Farbstoffe. Als Classic mit 5,0 % vol. und als Senza mit 0,0 % vol. auf dem Etikett — auf Basis von entalkoholisiertem Bio-Wein, gleiche Rezeptur.

Drei Flaschen Sankt Sprizz Classic 5 % im Karton-Träger – Bio-Aperitivo aus Bayern
Der Rosé-Ton kommt ohne Farbstoff. Foto: Viktoria Kornfeld

Die neue Suchsprache

Was „Aperol-Dupe“ eigentlich heißt

„Dupe“ ist die Kurzform von „duplicate“ — ein Produkt, das einem bekannten Original nahekommen soll, meist zu einem niedrigeren Preis. Der Begriff kommt aus der Beauty-Welt und taucht seit einiger Zeit auch bei Getränken auf.

Wer „Aperol Dupe“ eintippt, meint dabei fast immer eines von zwei Dingen: einen günstigeren Ersatz fürs Original — oder etwas, das den Platz im Glas übernimmt, aber ohne Alkohol auskommt. Beide Motive sind nachvollziehbar. Nur lässt sich das bei einem Getränk anders prüfen als bei einem Lippenstift: Die Kopie eines Farbtons erkennst du mit dem Auge. Was in einer Flasche steckt, erkennst du erst auf dem Etikett.

Genau da fängt die Schwierigkeit an. Bei Getränken über 1,2 % vol. sind Zutatenliste und Nährwerte weitgehend freiwillig — Art. 9 und Art. 16 Abs. 4 der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (VO (EU) 1169/2011) nehmen alkoholhaltige Getränke aus — warum das so ist, steht hier. Für Wein und aromatisierte Weinerzeugnisse gilt diese Ausnahme seit Dezember 2023 nicht mehr, für Liköre und Spirituosen weiterhin schon. Bei manchem Klassiker steht deshalb schlicht wenig drauf. Wer trotzdem vergleichen will, braucht eine feste Liste von Kriterien statt eines Bauchgefühls. Wir schauen auf diese fünf:

Kriterium 1Zucker je 100 ml

Der fertig gemischte Aperol Spritz liegt bei 11 g Zucker je 100 ml, Crodino bei 15 g — zum Vergleich: Cola kommt auf rund 10,6 g. Sankt Sprizz hat 5,5 g. Was das im Glas bedeutet, rechnet Aperol Spritz: Kalorien vor.

Kriterium 2Farbstoffe

Aperol ist mit E110 und E124 gefärbt — beides Azofarbstoffe. Crodino enthält E150b (Zuckerkulör) und E110. Der Warnhinweis zu Azofarbstoffen entfällt bei Getränken über 1,2 % vol. — nachzulesen unter Aperitif ohne künstliche Farbstoffe.

Kriterium 3Die Basis

Eine Zutatenliste beginnt mit dem, wovon am meisten drin ist. Wasser und Zucker sind eine andere Ausgangslage als Wein. Bei Sankt Sprizz steht Bio-Wein am Anfang, dazu Kräuterextrakte aus Enzian und Wermut.

Kriterium 4Alkohol — und was „alkoholfrei“ heißt

Aperol pur hat 11 % vol., der fertig gemischte Aperol Spritz 10,5 % vol. „Alkoholfrei“ wiederum darf bis zu 0,5 % vol. enthalten. Wer ganz ohne will, achtet auf die 0,0-Angabe: Bei Senza stehen 0,0 % vol. auf dem Etikett.

Kriterium 5Wer dahintersteht

Aperol und Crodino gehören zur Campari Group (Davide Campari-Milano N.V., rund 3 Mrd. € Umsatz 2025), Lillet zu Pernod Ricard. Hinter Sankt Sprizz steht Johannes Schubert mit drei bayerischen Partnerbetrieben — die ganze Geschichte.

Auf einen Blick

Der Check in Zahlen

Zwei trinkfertige Kandidaten aus der Aperol-Welt, dazu Sankt Sprizz in beiden Stärken — verglichen ausschließlich über öffentlich deklarierte Angaben.

Vergleich von Sankt Sprizz Senza und Classic mit Aperol Spritz (fertig gemischt) und Crodino nach Alkoholgehalt, Zucker je 100 ml, Farbstoffen und Bio-Zertifizierung
Getränk Alkohol Zucker je 100 ml Farbstoffe Bio
Sankt Sprizz SenzaAperitivo Kollektiv GmbH, Bayern 0,0 % vol.so steht es auf dem Etikett 5,5 gSüße der Trauben ohne FarbstoffeRosé-Ton aus dem Wein Bioland + EU-BioDE-ÖKO-006
Sankt Sprizz Classicgleiche Rezeptur wie Senza 5,0 % vol. 5,5 gSüße der Trauben ohne Farbstoffe Bioland + EU-BioDE-ÖKO-006
Aperol Spritzfertig gemischt · Campari Group 10,5 % vol.Aperol pur: 11 % vol. 11 gCola: rund 10,6 g E110, E124Azofarbstoffe nicht bio
CrodinoCampari Group alkoholfreilaut Herstellerangabe 15 g E150b, E110 nicht bio

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Die beiden übrigen Kriterien stehen in den Karten weiter oben: die Basis am Anfang der Zutatenliste und wer hinter der Marke steht.

Der Begriff „alkoholfrei“ lässt nach den Kennzeichnungsregeln bis zu 0,5 % vol. zu — unabhängig davon, was ein einzelnes Produkt tatsächlich enthält. Angaben zu Fremdmarken nach öffentlichen Hersteller- und Händlerangaben, Etiketten, Produktdatenblättern des Handels und Produktdatenbanken, abgerufen Juni–September 2026 — ohne Gewähr; Rezepturen und Werte können sich ändern. Verglichen sind jeweils die trinkfertigen Produkte. Werte für Sankt Sprizz laut Etikett.

Du willst das ganze Feld sehen — mit Lillet Tonic, Andalö Spritz und den Konzernen dahinter? Das steht im großen Vergleich: Alkoholfreier Aperitivo im Vergleich → · Was ist Crodino? →

Der zweite Weg

Selber mixen oder fertig kaufen?

Hinter der Dupe-Suche steckt oft auch die Frage, ob man sich das Ganze nicht einfach selbst zusammenstellen kann. Kann man — Rezepte dafür haben wir aufgeschrieben, vom alkoholfreien Spritz zum Selbermixen bis zu sechs einfachen Varianten.

Am schwersten nachzubauen ist nicht die Farbe und nicht die Süße, sondern die Bitterkeit. Die kommt bei einem Aperitivo aus Kräutern — bei Sankt Sprizz aus Enzian und Wermut. Sirup und Saft liefern sie nicht mit; wer sie sucht, braucht einen bitteren Grundstoff im Glas.

Der zweite Punkt ist die Praxis. Eine 200-ml-Flasche ist genau ein Glas: aufmachen, auf Eis gießen, eine Scheibe Orange dazu — so servierst du ihn richtig. Kein Anbruch, der übrig bleibt, keine zweite Zutat, die im Kühlschrank schal wird. Ungeöffnet hält jede Flasche 24 Monate. Für gemischte Runden heißt das: Jeder nimmt seine Stärke, alle bekommen dasselbe Glas.

Sankt Sprizz Flatlay mit Orangen und Gläsern
200 ml — genau ein Glas. Foto: forStory

Ehrlich gesagt

Warum Sankt Sprizz kein Aperol-Dupe ist

Ein Dupe will dem Original so nah wie möglich kommen. Sankt Sprizz will das nicht — und sagt das offen. Johannes Schubert hat die Rezeptur fast zwei Jahre lang selbst entwickelt, mit einem anderen Ziel: fein herb statt süß. Die Bitterkeit kommt aus Kräuterextrakten von Enzian und Wermut, die Süße aus der Traube, der zarte Rosé-Ton ohne jeden Farbstoff.

Jede Station liegt in Bayern. Der Bio-Wein kommt vom Bioland-Weingut Rothe in Nordheim am Main in Franken. Die Grundmischung mischt Johannes von Hand an — in der Genossenschafts-Brennerei von 1881 in Willing bei Bad Aibling. Abgefüllt wird bei PERGER am Ammersee. Für Senza wird dem Bio-Wein der Alkohol schonend entzogen — danach stehen 0,0 % vol. auf dem Etikett. Classic bringt 5,0 % vol. mit, bei gleicher Rezeptur.

Kein Nachbau eines Originals — sondern eine eigene, fein herbe Rezeptur.

Sankt Sprizz Classic 5 % vol – Bio-Aperitivo, Flasche freigestellt
Anstoßen — mit und ohne Alkohol. Foto: Viktoria Kornfeld
Bioland-Markenzeichen

Bioland- und EU-Bio-zertifiziert · Öko-Kontrollstelle DE-ÖKO-006 · ★★★★★ 5,0 bei Google. Die Bioland-Richtlinien sind deutlich strenger als das gesetzliche EU-Bio-Siegel — was Bioland bei Getränken bedeutet.

Gut. Sauber. Fair.

Slow Food ist keine Zertifizierung und vergibt kein Siegel, sondern steht für eine Haltung: guter Geschmack, saubere Herstellung, faire Bedingungen. Johannes Schubert ist Mitglied bei Slow Food. 2026 waren wir Aussteller auf dem Markt des guten Geschmacks — der Slow Food Messe in Stuttgart. Wer dort ausstellen wollte, musste die Kriterien von Slow Food erfüllen.

Kurz gesagt

Wann sich der Wechsel lohnt — und wann nicht

Das gilt auch in eigener Sache: Wenn dein Dupe vor allem billiger sein soll, ist Sankt Sprizz nicht die Antwort. Das Sechserpaket kostet 24 €, also 4 € je Flasche — und eine Flasche ist genau ein Glas.

Passen dürfte er, wenn hinter deiner Suche etwas anderes steckt: ein Aperitivo, der fein herb statt süß ist. 5,5 g Zucker je 100 ml — der fertig gemischte Aperol Spritz kommt auf 11 g. Keine Farbstoffe. Bio in Bioland-Qualität. Ein Hersteller, den du beim Namen nennen kannst. Oder schlicht der Wunsch, an einem Tisch mit gemischter Runde allen dasselbe hinstellen zu können — wie man so eine Runde plant, steht bei uns Schritt für Schritt.

Weiterlesen in der Aperol-Welt:

Häufige Fragen zu Aperol-Dupes

Was ist ein Aperol-Dupe?

„Dupe“ ist die Kurzform von „duplicate“ — ein Produkt, das einem bekannten Original nahekommen soll, meist zu einem niedrigeren Preis. Der Begriff kommt aus der Beauty-Welt und wird inzwischen auch bei Getränken gesucht. Gemeint ist dann meist ein Getränk für denselben Platz im Glas: günstiger, ohne Alkohol oder mit einer Zutatenliste, die einem besser gefällt.

Gibt es Aperol ohne Alkohol?

Unter dem Namen Aperol ist uns keine alkoholfreie Variante bekannt: Aperol pur hat 11 % vol., der fertig gemischte Aperol Spritz 10,5 % vol. Als alkoholfreien Aperitif führt die Campari Group stattdessen Crodino — mit 15 g Zucker je 100 ml und den Farbstoffen E150b und E110. Eine Alternative auf Weinbasis ist Sankt Sprizz Senza mit 0,0 % vol. auf dem Etikett.

Ist Sankt Sprizz ein Aperol-Dupe?

Nein — und das ist Absicht. Sankt Sprizz kopiert Aperol nicht, sondern ist ein eigenständiger Bio-Aperitivo aus Bayern: fein herb statt süß, auf Basis von Bio-Wein mit Kräuterextrakten aus Enzian und Wermut, 5,5 g Zucker je 100 ml aus der Süße der Trauben, ohne Farbstoffe. Es gibt ihn als Senza mit 0,0 % vol. auf dem Etikett und als Classic mit 5,0 % vol. — gleiche Rezeptur.

Worauf sollte ich einen Aperol-Dupe prüfen?

Auf fünf Angaben: Zucker je 100 ml, Farbstoffe, die Basis am Anfang der Zutatenliste, den Alkoholgehalt — und wer hinter der Marke steht. Die ersten vier stehen auf dem Etikett oder im Produktdatenblatt des Händlers. Wichtig dabei: Bei Getränken über 1,2 % vol. sind Zutatenliste und Nährwerte weitgehend freiwillig, und „alkoholfrei“ darf bis zu 0,5 % vol. enthalten.

Was ist der Unterschied zwischen Aperol Spritz und Sankt Sprizz?

Der fertig gemischte Aperol Spritz hat 10,5 % vol., 11 g Zucker je 100 ml und die Farbstoffe E110 und E124; hinter der Marke steht die Campari Group. Sankt Sprizz hat 5,5 g Zucker je 100 ml aus der Süße der Trauben, keine Farbstoffe, ist Bioland- und EU-Bio-zertifiziert (DE-ÖKO-006) und kommt in zwei Stärken: Senza mit 0,0 % vol. auf dem Etikett und Classic mit 5,0 % vol.

Kann ich einen Aperol-Dupe selber mixen?

Farbe und Süße lassen sich mit Sirup und Saft gut nachbauen — die Bitterkeit nicht. Die kommt bei einem Aperitivo aus Kräutern, bei Sankt Sprizz aus Enzian und Wermut. Wenn du trotzdem selbst mixen willst, findest du bei uns Rezepte dafür; wenn es schnell gehen soll, ist eine 200-ml-Flasche genau ein Glas: auf Eis, eine Scheibe Orange, fertig.

Mehrere Flaschen Sankt Sprizz Senza – zarter Rosé-Ton, Bio-Aperitivo aus Bayern
Gut gekühlt am besten. Foto: Viktoria Kornfeld

Keine Kopie — probier lieber das Original aus Bayern.

Zwei Stärken, gleiche Rezeptur — probier nach, was in der Tabelle steht.

Produktfotos: Viktoria Kornfeld

6 × 0,2 l für 24 € (20,00 €/l), inkl. MwSt., zzgl. Versand — gratis ab 65 €. Ungeöffnet 24 Monate haltbar. Für größere Runden: Senza- oder Classic-Karton · 21 Flaschen · 70 € (16,67 €/l), sortenrein oder gemischt.

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Zuletzt aktualisiert: September 2026