Über Sankt Sprizz

Über Sankt Sprizz

Angefangen hat alles mit einem Getränk, das gefehlt hat.

Eine kurze Geschichte über Willing und München, über die Kunst, einfach mal nichts zu müssen — und zwei Jahre Tüftelei an einem Aperitivo.

Johannes Schubert, Gründer von Sankt Sprizz, mit einer Flasche Rosé Tonic
Johannes Schubert, Gründer von Sankt Sprizz. Foto: Daniela Pfeil

Die Geschichte von Sankt Sprizz

Sankt Sprizz ist in Willing daheim. Unser Aperitivo entsteht in der Genossenschafts-Brennerei von 1881 bei Bad Aibling — im Mangfalltal, mit dem Wendelstein am Horizont. Der Liebe wegen bin ich hergezogen, und wer einmal hier lebt, weiß, warum man bleibt. Geboren und aufgewachsen bin ich allerdings in München. Und dort beginnt diese Geschichte.

Die Italiener sagen, München sei die nördlichste Stadt Italiens — spätestens, wenn sie selbst auf die Wiesn fahren. Gemeint ist der Lebensstil, der hier viel mehr draußen stattfindet als im Rest Deutschlands (und ein bisschen die italienische Architektur, die Baumeister aus dem Süden hinterlassen haben). Man sitzt im Biergarten, an der Isar, auf den Stufen vor der Bavaria oder in den Streben der Hackerbrücke, hat ein gutes Gespräch und ein kaltes Glas in der Hand — und der Nachmittag muss nirgendwohin. Das ist die Kunst, die ich an dieser Stadt liebe: einfach mal nichts müssen.

Was mich lange gestört hat: Im Glas war meistens Bier, ein Radler oder der gängige orange Spritz. Ein wirklich guter Aperitivo ohne Alkohol — der hat gefehlt.

Und dann die Feiern. Runde Geburtstage, Hochzeiten, Taufen. Man kommt zusammen, um etwas zu begehen, und stößt am Ende mit verschiedenen Gläsern an — die einen mit Sekt, die anderen mit Sekt-o, Apfelschorle oder Wasser. Ich wollte einen Aperitif, der fein genug zum Anstoßen ist und trotzdem niemanden am Tisch übrig lässt.

Beim Bier haben wir das Reinheitsgebot, beim Aperitif nichts dergleichen — vieles, was schön nach Sonnenuntergang aussieht, schmeckt am Ende mehr nach Zucker und Farbe als nach echten Zutaten. Das andere Extrem wollte ich aber auch nicht: bio, aber belehrend, immer nur auf Gesundheit bedacht. Mir ging es um beides zugleich — dolce far niente und ehrliche Zutaten.

Gefeilt habe ich lange — fast zwei Jahre, bis der Geschmack saß. Anfang 2026 ist die Idee aus München dann angekommen: in der alten Brennerei in Willing. Wir haben die Brennerei behalten. Das Brennen nicht: Hier werden Enzian und Wermut von Hand angesetzt und ausgezogen — destilliert wird nichts. Der Name ist von 1881, die Arbeit ist von heute. Et voilà. Warum alle am selben Tisch anstoßen →

Historisches Schild der Genossenschafts-Brennerei Willing (erbaut 1881) bei Bad Aibling
Seit Anfang 2026: die Genossenschafts-Brennerei Willing von 1881 bei Bad Aibling.
Fränkischer Bioland-Weinberg auf der Weininsel bei Nordheim am Main – Heimat des Weinguts Rothe

Foto: Reinhold Möller, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Unser Geschmack beginnt im Weinberg

Manfred Rothe macht den Wein. Auch für die Flasche ohne Alkohol. Dieselbe Bioland-Weinbasis steckt in allen drei Stärken — für die alkoholfreie Senza ziehen wir den Alkohol schonend wieder heraus. Das ist mehr Arbeit, nicht weniger. Wasser wäre billiger gewesen.

Wir haben es trotzdem so gemacht. So schmeckt jeder Schluck nach Herkunft: klar, lebendig und ehrlich. Was Bioland wirklich bedeutet →

Die Menschen dahinter

Auf dem Weg habe ich großartige Leute getroffen — mehr, als hier Platz haben. Zwei sind zu Partnern geworden: Wein aus Franken, abgefüllt am Ammersee, zweifach bayerisch verwurzelt. Idee und Rezeptur sind dabei immer meine geblieben.

Johannes Schubert bei der Verkostung – Foto: Daniela Pfeil
Johannes bei der Verkostung. Foto: Daniela Pfeil

Wein · Franken

Manfred Rothe

Manfred war gelernter Koch, bevor er Winzer wurde — das merkt man. Er hat eine Offenheit, die in der Branche selten ist, Lust am Experimentieren und Lust auf mein Getränk. Von seinem Bioland-Weingut in Nordheim am Main kommt die Weinbasis — für alle drei Stärken, auch für die ohne Alkohol. Ein Mann, den man anrufen kann.

weingut-rothe.de ↗

Abfüllung · Ammersee

Johannes von PERGER

Johannes vom Ammersee hat von der ersten Minute an auf Augenhöhe geredet — und ist ein alter Freund von Manfred, womit sich der Kreis schließt. In meiner Brennerei gehen nur kleine Chargen; bei ihm wird daraus die Menge, die das Ganze erst trägt.

perger.de ↗

So bleibt jede Station in Bayern und hat einen Namen, den man anrufen kann: Manfred Rothe, Franken — der Wein. Johannes von Perger, Ammersee — die Abfüllung. Willing bei Bad Aibling — die Kräuter.

Dazu kommen Unterstützer, die mich tragen wie eine Familie — vor allem Ansprechpartner bei den Großhändlern im Münchner Umland — und Mount Hagen, eine alteingesessene Hamburger Bio-Firma. München und Hamburg verbindet seit jeher eine heimliche Freundschaft (spätestens seit „Zwei Münchner in Hamburg“). Daraus wird gerade etwas Neues: Kaffee trifft Spritz. Hamburg meets Munich. Verbunden fühlen wir uns außerdem mit Bioland — und wir unterstützen die Idee von Slow Food (gut, sauber, fair).

Wo es Sankt Sprizz gibt

Sankt Sprizz steht längst nicht nur hier im Shop. Über die führenden Bio-Großhändler ist der Aperitivo für Bioläden, Hofläden und Gastronomie bestellbar — und in immer mehr Märkten kannst du Sankt Sprizz direkt aus dem Regal mitnehmen.

Im Bio-Großhandel gelistet

Zum Mitnehmen — offline erhältlich

Bioland – Ökologischer Landbau EU-Bio-Logo – Europäisches Bio-Siegel

Bio-zertifiziert

Sankt Sprizz ist Bioland- und EU-Bio-zertifiziert. Öko-Kontrollstelle DE-ÖKO-006 (ABCERT). Bioland- und EU-Bio-Zertifikat sind jederzeit öffentlich abrufbar. Zertifikate ansehen ↗