Aperitif ohne künstliche Farbstoffe
Ohne künstliche Farbstoffe
Zarter Rosé statt Orangerot — Farbe aus Wein und Kräutern.
Ob ein Aperitif künstlich gefärbt ist, steht in der Zutatenliste — als „Farbstoff“ mit E-Nummer oder Namen. Bei Bio-Getränken sind synthetische Farbstoffe von vornherein ausgeschlossen. Sankt Sprizz ist Bioland- und EU-Bio-zertifiziert — im Glas rosé, nicht orangerot.
Welche sechs Farbstoffe eine Warnzeile auslösen ↓
Bio-Aperitivo aus Bayern: Bioland-Weinbasis, Kräuterextrakte aus Enzian und Wermut, ohne Farbstoffe. Mit 0,0 % vol. und mit 5,0 % vol.

Die Farbe der Erwartung
Warum ein Aperitif überhaupt orangerot ist
Es gibt diesen Moment im Supermarkt, in dem man eine Flasche umdreht. Vorne leuchtet ein sonnenuntergangsoranges Etikett, hinten steht das Kleingedruckte. Und irgendwo zwischen Säuerungsmittel und Aroma taucht ein Wort auf, das man nicht gesucht hat: Farbstoff.
Dabei ist die Farbe älter als die meisten Marken, die sie tragen. Als der Aperitivo in Italien zum Ritual wurde, war Bitterorange die naheliegende Zutat — und was aus Bitterorange entsteht, ist bernsteinfarben. Aus dieser Zutat wurde über die Jahrzehnte ein Erkennungszeichen: Ein Spritz sieht so aus. Steht das Glas auf dem Tisch, weiß der ganze Nebentisch, was drin ist.
Nur entsteht dieser Ton aus Wein, Kräutern und Fruchtauszügen selten von allein. Er verblasst, er schwankt von Charge zu Charge, er wird bräunlich. Wer ihn zuverlässig will, setzt ihn zu. Das ist nachvollziehbar — Farbe verkauft, und Gäste erkennen ihr Getränk. Zum Geschmack trägt sie nichts bei.
Ein Farbstoff hat keinen Eigengeschmack — er beantwortet eine Frage, die das Auge stellt, nicht die Zunge.
Sechs E-Nummern
Der Warnhinweis, den kaum jemand kennt
Für sechs Farbstoffe schreibt die EU einen Satz direkt bei der Zutatenliste vor: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen.“
| E-Nummer | Name | Farbton | Steckt u. a. in |
|---|---|---|---|
| E102 | Tartrazin | gelb | Andalö (pur) |
| E104 | Chinolingelb | gelb | — |
| E110 | Gelborange S | orange | Aperol, Crodino, Andalö (pur) |
| E122 | Azorubin | rot | — |
| E124 | Cochenillerot A | rot | Aperol |
| E129 | Allurarot AC | rot | — |
Für alle Spalten seitlich wischen →
Markenbeispiele laut Hersteller- und Händlerangaben bzw. Produktdatenblättern des Handels, abgerufen Juni–September 2026 — ohne Gewähr, Rezepturen können sich ändern. „Andalö (pur)“ bezieht sich auf den puren Likör laut Händler-Datenblatt, nicht auf den fertig gemixten Andalö Spritz. Crodino enthält außerdem Zuckerkulör E150b — der gehört nicht zu den sechs und löst keine Warnzeile aus.
Die Orangetöne und Rottöne in dieser Liste sind kein Zufall — es sind genau die Farben, die ein Aperitif braucht, um wie ein Aperitif auszusehen.
Wichtig zur Einordnung: Der Hinweis ist eine Kennzeichnungspflicht, kein Verbot. Diese Farbstoffe sind zugelassen, und ein Getränk mit dieser Zeile auf dem Etikett ist verkehrsfähig. Der Gesetzgeber hat lediglich entschieden, dass man es wissen darf.
Und es gibt eine Einschränkung, die den Hinweis ausgerechnet bei Aperitifs oft leerlaufen lässt: Bei Getränken mit mehr als 1,2 % vol. Alkohol entfällt er. Ein fertig gemixter Aperol Spritz mit 10,5 % vol. enthält E110 und E124 — die Warnzeile muss trotzdem nicht aufs Etikett. Wer sie sucht, findet sie deshalb fast nur auf alkoholfreien Getränken.
Warum über 1,2 % vol. fast nichts mehr aufs Etikett muss — die Kennzeichnungslücke erklärt →
Praxis
Etikett lesen in zehn Sekunden
Die Vorderseite eines Etiketts ist Werbung. Die Rückseite ist Recht. Nur eine der beiden Seiten muss die Wahrheit sagen — und es ist nicht die schöne.
Zutaten stehen absteigend nach Menge — was vorne steht, ist am meisten drin.
Es muss dort stehen, wenn einer enthalten ist. Danach folgt entweder eine E-Nummer oder ein Name.
Steht sie da, ist einer der sechs aus der Tabelle oben drin. Fehlt sie, heißt das bei über 1,2 % vol. allerdings wenig — dort entfällt sie ohnehin.
Spart die ersten drei Schritte: In Bio-Lebensmitteln ist nur eine kurze Liste von Zusatzstoffen zugelassen — synthetische Farbstoffe gehören nicht dazu.
Und ein letzter, unwissenschaftlicher Test, der trotzdem funktioniert: Glas gegen das Licht halten. Eine zugesetzte Farbe ist meist sehr gleichmäßig und sehr kräftig, bis zum Rand. Farbe aus Wein und Kräutern ist unruhiger und blasser — und sie verändert sich, wenn Eis dazukommt.
Sankt Sprizz
Woher die Farbe bei Sankt Sprizz kommt
Aus dem Wein. Grundlage ist eine Cuvée vom Bioland-Weingut Rothe in Nordheim am Main (Franken), dazu Kräuterextrakte aus Enzian und Wermut — die Grundmischung entsteht in der Genossenschafts-Brennerei von 1881 in Willing bei Bad Aibling, gemischt und abgefüllt wird am Ammersee. Was dabei herauskommt, ist ein zarter Rosé-Ton — heller, als viele erwarten, und in jeder Charge ein bisschen anders.
Das ist kein Makel, das ist die Konsequenz.
Es gibt Sankt Sprizz in zwei Stärken mit derselben Rezeptur: Senza 0,0 % vol. auf Basis von entalkoholisiertem Bio-Wein und Classic 5,0 % vol. Beide sind fertig gemischt — Flasche auf, über viel Eis, getrocknete Orangenscheibe dazu.

Bioland- und EU-Bio-zertifiziert · Öko-Kontrollstelle DE-ÖKO-006 (ABCERT) · ★★★★★ 5,0 bei Google · Bio-Zertifikate ansehen ↗
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Häufige Fragen
Welcher Aperitif ist ohne künstliche Farbstoffe?
Bio-zertifizierte Aperitifs. In Bio-Lebensmitteln ist nur eine kurze Liste von Zusatzstoffen zugelassen, synthetische Farbstoffe gehören nicht dazu. Sankt Sprizz ist Bioland- und EU-Bio-zertifiziert, Öko-Kontrollstelle DE-ÖKO-006.
Woran erkenne ich Farbstoffe in einem Aperitif?
An der Zutatenliste auf der Rückseite. Farbstoffe stehen dort mit dem Wort „Farbstoff“ und einer E-Nummer oder einem Namen, zum Beispiel E110 oder E124. Steht nichts davon in der Liste, sind keine zugesetzten Farbstoffe enthalten — sofern das Getränk überhaupt eine Zutatenliste trägt; über 1,2 % vol. ist sie freiwillig.
Was bedeutet der Warnhinweis auf Getränken mit Azofarbstoffen?
Für sechs Farbstoffe — E102, E104, E110, E122, E124 und E129 — schreibt die EU den Hinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ vor. Er steht direkt bei der Zutatenliste, sobald einer dieser Farbstoffe enthalten ist. Er ist eine Kennzeichnungspflicht, kein Verbot — und bei Getränken mit mehr als 1,2 % vol. Alkohol entfällt er. Zu finden ist er deshalb fast nur auf alkoholfreien Getränken.
Warum sind Aperitifs überhaupt orangerot?
Weil die Farbe zur Erwartung geworden ist: So soll ein Spritz aussehen. Aus Wein, Kräutern und Fruchtauszügen entsteht dieser Ton nur selten von allein — deshalb wird er in vielen Fällen zugesetzt. Zum Geschmack trägt er nichts bei.
Woher kommt die Farbe bei Sankt Sprizz?
Aus den Zutaten selbst. Grundlage ist eine Cuvée vom Bioland-Weingut Rothe in Franken, dazu Kräuterextrakte aus Enzian und Wermut. Im Glas ergibt das einen zarten Rosé-Ton, kein Orangerot.
Gibt es einen Aperitif ohne Farbstoff und ohne Alkohol?
Ja. Sankt Sprizz Senza 0,0 % vol. ist alkoholfrei, auf Basis von entalkoholisiertem Bio-Wein und Bioland-zertifiziert. Er kommt fertig gemischt in der 200-ml-Glasflasche und wird auf Eis mit einer getrockneten Orangenscheibe serviert.

Probier den Rosé-Ton, der keinen Farbstoff braucht.
Zwei Stärken, dieselbe Rezeptur — die Farbe kommt in beiden aus dem Wein.
0,0 % vol.
Senza
Derselbe Bioland-Wein wie im Classic — der Alkohol wird ihm hinterher schonend wieder entzogen.
Senza ansehen →
5,0 % vol.
Classic
Mit 5,0 % vol. trägt der Wein weiter: etwas breiter im Antrunk, die Wermutnote steht länger im Abgang.
Classic ansehen →Produktfotos: Viktoria Kornfeld
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Zuletzt aktualisiert: September 2026


