Aperitif ohne künstliche Farbstoffe

Es gibt diesen Moment im Supermarkt, in dem man eine Flasche umdreht. Vorne leuchtet ein sonnenuntergangsoranges Etikett, hinten steht das Kleingedruckte. Und irgendwo zwischen Säuerungsmittel und Aroma taucht ein Wort auf, das man nicht gesucht hat: Farbstoff.

Kurz erklärt: Ob ein Aperitif künstlich gefärbt ist, steht in der Zutatenliste – als „Farbstoff“ mit E-Nummer. Bei Bio-Getränken sind synthetische Farbstoffe von vornherein ausgeschlossen. Sankt Sprizz ist Bioland- und EU-Bio-zertifiziert und im Glas rosé, nicht orangerot.

Sankt Sprizz wird über Eis ins Glas gegossen – zarter Rosé-Ton mit getrockneter Orangenscheibe – Foto: forStory
Kein Orangerot: Die Farbe kommt aus Wein und Kräutern. Foto: forStory

Warum ein Aperitif überhaupt orangerot ist

Die Farbe ist älter als die meisten Marken, die sie tragen. Als der Aperitivo in Italien zum Ritual wurde, war Bitterorange die naheliegende Zutat – und was aus Bitterorange entsteht, ist bernsteinfarben. Aus dieser Zutat wurde über die Jahrzehnte ein Erkennungszeichen: Ein Spritz sieht so aus. Steht das Glas auf dem Tisch, weiß der ganze Nebentisch, was drin ist.

Nur entsteht dieser Ton aus Wein, Kräutern und Fruchtauszügen selten von allein. Er verblasst, er schwankt von Charge zu Charge, er wird bräunlich. Wer ihn zuverlässig will, setzt ihn zu. Das ist nachvollziehbar – Farbe verkauft, und Gäste erkennen ihr Getränk. Zum Geschmack trägt sie nichts bei. Ein Farbstoff hat keinen Eigengeschmack; er beantwortet eine Frage, die das Auge stellt, nicht die Zunge.

Der Warnhinweis, den kaum jemand kennt

Für sechs Farbstoffe schreibt die EU einen Satz direkt bei der Zutatenliste vor: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen.“ Diese sechs sind:

E-Nummer Name Farbe
E102 Tartrazin gelb
E104 Chinolingelb gelb
E110 Gelborange S orange
E122 Azorubin rot
E124 Cochenillerot A rot
E129 Allurarot AC rot

Die drei Orangetöne und Rottöne in dieser Liste sind kein Zufall – es sind genau die Farben, die ein Aperitif braucht, um wie ein Aperitif auszusehen.

Wichtig zur Einordnung: Der Hinweis ist eine Kennzeichnungspflicht, kein Verbot. Diese Farbstoffe sind zugelassen, und ein Getränk mit dieser Zeile auf dem Etikett ist verkehrsfähig. Der Gesetzgeber hat lediglich entschieden, dass man es wissen darf. Was man daraus macht, bleibt jedem selbst überlassen – aber man kann es nur entscheiden, wenn man weiß, wo es steht.

Etikett lesen in zehn Sekunden

Die Vorderseite eines Etiketts ist Werbung. Die Rückseite ist Recht. Nur eine der beiden Seiten muss die Wahrheit sagen, und es ist nicht die schöne.

  1. Flasche umdrehen. Zutaten stehen absteigend nach Menge – was vorne steht, ist am meisten drin.
  2. Nach dem Wort „Farbstoff“ suchen. Es muss dort stehen, wenn einer enthalten ist. Danach folgt entweder eine E-Nummer oder ein Name.
  3. Auf die Warnzeile achten. Steht sie da, ist einer der sechs aus der Tabelle oben drin.
  4. Bio-Siegel als Abkürzung. Spart die ersten drei Schritte: In Bio-Lebensmitteln ist nur eine kurze Liste von Zusatzstoffen zugelassen, synthetische Farbstoffe gehören nicht dazu.

Und ein letzter, unwissenschaftlicher Test, der trotzdem funktioniert: Glas gegen das Licht halten. Eine zugesetzte Farbe ist meist sehr gleichmäßig und sehr kräftig, bis zum Rand. Farbe aus Wein und Kräutern ist unruhiger und blasser, und sie verändert sich, wenn Eis dazukommt.

Woher die Farbe bei Sankt Sprizz kommt

Aus dem Wein. Grundlage ist eine Cuvée vom Bioland-Weingut Rothe in Nordheim am Main in Franken, dazu Enzian und Wermut, von Hand angesetzt in der Genossenschafts-Brennerei von 1881 bei Bad Aibling. Was dabei herauskommt, ist ein zarter Rosé-Ton – heller, als viele erwarten, und in jeder Charge ein bisschen anders. Das ist kein Makel, das ist die Konsequenz.

Sankt Sprizz ist Bioland- und EU-Bio-zertifiziert, Öko-Kontrollstelle DE-ÖKO-006. Die Zertifikate sind jederzeit öffentlich abrufbar: Bio-Zertifikate ansehen ↗

Es gibt ihn in zwei Stärken mit derselben Weinbasis und denselben Kräutern: Senza 0,0 % vol. ganz ohne Alkohol und Classic 5,0 % vol. Beide sind fertig gemischt – Flasche auf, über viel Eis, getrocknete Orangenscheibe dazu.

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Häufige Fragen

Welcher Aperitif ist ohne künstliche Farbstoffe?

Bio-zertifizierte Aperitifs. In Bio-Lebensmitteln ist nur eine kurze Liste von Zusatzstoffen zugelassen, synthetische Farbstoffe gehören nicht dazu. Sankt Sprizz ist Bioland- und EU-Bio-zertifiziert, Öko-Kontrollstelle DE-ÖKO-006.

Woran erkenne ich Farbstoffe in einem Aperitif?

An der Zutatenliste auf der Rückseite. Farbstoffe stehen dort mit dem Wort „Farbstoff“ und einer E-Nummer oder einem Namen, zum Beispiel E110 oder E124. Steht nichts davon in der Liste, sind keine zugesetzten Farbstoffe enthalten.

Was bedeutet der Warnhinweis auf Getränken mit Azofarbstoffen?

Für sechs Farbstoffe – E102, E104, E110, E122, E124 und E129 – schreibt die EU den Hinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ vor. Er steht direkt bei der Zutatenliste, sobald einer dieser Farbstoffe enthalten ist. Er ist eine Kennzeichnungspflicht, kein Verbot.

Warum sind Aperitifs überhaupt orangerot?

Weil die Farbe zur Erwartung geworden ist: So soll ein Spritz aussehen. Aus Wein, Kräutern und Fruchtauszügen entsteht dieser Ton nur selten von allein – deshalb wird er in vielen Fällen zugesetzt. Zum Geschmack trägt er nichts bei.

Woher kommt die Farbe bei Sankt Sprizz?

Aus den Zutaten selbst. Grundlage ist eine Cuvée vom Bioland-Weingut Rothe in Franken, dazu Enzian und Wermut. Im Glas ergibt das einen zarten Rosé-Ton, kein Orangerot.

Gibt es einen Aperitif ohne Farbstoff und ohne Alkohol?

Ja. Sankt Sprizz Senza 0,0 % vol ist alkoholfrei und Bio-zertifiziert, kommt fertig gemischt in der 200-ml-Flasche und wird auf Eis mit einer getrockneten Orangenscheibe serviert.