Johannes Schubert stellt Sankt Sprizz bei „Mehr Bio auf der Wiesn“ im Haus der Kost München vor

Mehr Bio auf die Wiesn: warum wir mit einem bayerischen Aperitivo aufs Oktoberfest wollen

Es gibt diesen Moment im September, kurz bevor in München alles auf einen Punkt zuläuft. Die Straßen riechen schon ein bisschen nach Spätsommer, irgendwo wird ein Festzelt aufgebaut, und in der Stadt liegt diese Mischung aus Vorfreude und Routine, die nur große, oft gefeierte Anlässe haben. Wir saßen an einem Vormittag im Haus der Kost, dem Münchner Ort für gutes Essen und ehrliches Handwerk, und vor uns Leute, die seit Jahren wissen, wie ein Bierzelt von innen funktioniert.

Eingeladen hatte ein Abend mit einem schlichten Namen: „Mehr Bio auf der Wiesn“. Wirtinnen und Wirte, Erzeuger, ein paar Münchner Gesichter, die man kennt, wenn man sich für regionales Essen interessiert. Und mittendrin wir, mit ein paar kalten Flaschen Sankt Sprizz und der Frage, die uns dorthin gebracht hatte: Was, wenn man auf einem Fest dieser Größe nicht nur Maß und Radler trinken könnte, sondern auch einen Aperitivo aus der Gegend, in Bioqualität, mit Alkohol oder ohne?

Eine Idee, die man jemandem ins Gesicht sagen muss

Man kann eine Idee lange für sich auf einem Laptop pflegen. Sie schön finden, sie sicher finden. Anders wird es, wenn man sie Menschen erklärt, die jeden Tag tausend Gäste satt und durstig halten und denen man nichts vormachen kann. In so einem Raum merkt man schnell, ob eine Idee trägt oder nur gut klingt.

Was wir mitgebracht haben, war kein fertiges Versprechen, sondern ein Vorschlag: einen bayerischen Bio-Aperitivo aufs Oktoberfest zu bringen. Etwas, das zur Region passt, das man ohne schlechtes Gewissen trinkt, und das auch für die da ist, die später noch radeln, die heute pausieren oder schwanger sind. Ein Glas, an dem niemand auffällt, weil nichts drin ist — und niemand erklären muss, warum.

Wir haben über Bio geredet, nicht als Etikett, sondern als Haltung. Über Wein aus Franken, über kontrolliert biologischen Anbau, über das, was eben nicht im Glas ist: kein raffinierter Zucker, kein künstliches Aroma. Und über die einfache Beobachtung, dass ein Fest nicht ärmer wird, wenn das Angebot ein bisschen genauer wird.

Wo unser Aperitivo wirklich herkommt

Wenn man auf einem Abend wie diesem über Regionalität spricht, muss man liefern können, woher die Dinge kommen. Bei uns ist das kein Marketing-Satz, sondern eine Liste von Orten, die man auf einer Karte zwischen München und den Alpen findet.

Sankt Sprizz hat seinen Sitz in Bruckmühl im Voralpenland. Der Wein, auf dem alles aufbaut, kommt vom Weingut Rothe in Nordheim, mitten in Franken. Hergestellt wird bei der Brennerei Willing, die seit 1881 in Bad Aibling arbeitet. Abgefüllt wird beim Familienbetrieb Perger am Ammersee. Das sind keine Logos auf einer Folie, das sind Höfe und Werkstätten, in denen Menschen arbeiten, die man anrufen kann.

Das Produkt selbst ist Bioland-zertifiziert, die Zutaten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Gesüßt wird dezent mit Traubensüße, ohne raffinierten Zucker. Wein enthält von Natur aus Sulfite, das gehört zur ehrlichen Auskunft dazu. Mehr über uns und den Weg dorthin steht auf unserer Über-uns-Seite.

Mit Alkohol und ohne, am selben Tisch

Auf einem Volksfest sitzen Menschen nebeneinander, die sehr unterschiedlich durch den Tag gehen. Eine fährt später, einer mag heute lieber klar bleiben, jemand nimmt den mit fünf Prozent und genießt den Nachmittag. Genau für diese gemischte Runde ist Sankt Sprizz gemacht — es gibt ihn als Classic mit fünf Prozent, als Light mit einem und als Senza ganz ohne Alkohol.

Wie ein Fest sich anfühlt, wenn alle mittrinken können, ohne dass es zur Frage wird, haben wir an anderer Stelle aufgeschrieben: in unserem Beitrag über das Oktoberfest alkoholfrei und das Mitfeiern ohne Promille. Hier ging es uns um die andere Seite — um die Wirtinnen und Wirte, die so ein Angebot überhaupt erst möglich machen.

Was nach dem Abend bleibt

Am Ende des Abends im Haus der Kost waren wir nicht plötzlich auf dem Festgelände. So funktioniert das nicht, und das ist auch gut so. Was bleibt, sind Gespräche, ein paar Visitenkarten, ein paar geleerte Gläser und die ruhige Gewissheit, dass die Idee in diesem Raum nicht fehl am Platz war.

Mehr Bio auf der Wiesn ist kein fertiges Projekt, sondern eine Richtung, in die wir gehen wollen, Schritt für Schritt, mit Leuten, die das ähnlich sehen. Bis dahin gibt es Sankt Sprizz da, wo es uns schon gibt — eine Übersicht der Läden steht auf Wo kaufen. Und vielleicht steht in ein paar Jahren in einem Münchner Zelt ein kaltes Glas, an dem man erkennt, dass es auch anders geht.

Ein Tisch, drei Stärken: 0,0 / 1 / 5 %

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