Escherndorfer Lump – berühmter Steilweinberg in Franken bei Nordheim, Bioland-Weinbau – Foto: Ermell, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Frankenwein & Bocksbeutel: woher unser Wein kommt

Frankenwein ist Wein aus dem bayerischen Anbaugebiet Franken — meist trocken, klar und mineralisch, mit dem Silvaner als Aushängeschild. Sein Markenzeichen ist der bauchige, abgeflachte Bocksbeutel: eine Flaschenform, die geschützt ist und die fast nur fränkischer Wein tragen darf. Und genau aus diesem Weinland, vom Bioland-Weingut Rothe in Nordheim am Main, kommt der Wein, der in Sankt Sprizz steckt.

Wenn ein Aperitivo auf Wein steht, zählt die Herkunft dieses Weins. Hier steht, was Frankenwein besonders macht, warum der Bocksbeutel geschützt ist und wie die fränkische Klarheit in deinen Aperitivo kommt.

Frankenwein: trocken, klar, mineralisch

Das Anbaugebiet Franken liegt in Nordbayern, rund um Würzburg und entlang des Mains. Die Weine gelten als trocken, geradlinig und mineralisch — wenig Schnörkel, viel Charakter. Wo andere Regionen auf viel Frucht und Schmelz setzen, bleibt Franken beim Wesentlichen.

Das Aushängeschild ist der Silvaner, eine Rebsorte, die in Franken ihre vielleicht beste Heimat hat: dezent in der Frucht, dafür klar und erdig — weniger fruchtig-süß, als man Silvaner aus anderen Gegenden kennt. Wie ernst der Weinbau hier genommen wird, zeigen Steillagen wie der Escherndorfer Lump nahe Nordheim, ein berühmter Steilweinberg Frankens.

Escherndorfer Lump – Steilweinberg in Franken
Der Escherndorfer Lump – berühmter Steilweinberg in Franken, nahe Nordheim. Foto: Ermell, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Der Bocksbeutel: eine geschützte Flaschenform

Kein Wein ist im Regal so leicht zu erkennen. Der Bocksbeutel ist die bauchige, abgeflachte Flasche, in die hochwertiger Frankenwein traditionell abgefüllt wird. Das Besondere daran: Die Form ist geschützt — nur Wein aus bestimmten Gebieten, vor allem aus Franken, darf sie überhaupt tragen.

Wer einen Bocksbeutel im Regal sieht, weiß schon vor dem Blick aufs Etikett: Das ist fränkisch.

Frankenwein auf einen Blick

Merkmal Frankenwein
Anbaugebiet Franken, in Nordbayern — rund um Würzburg und entlang des Mains
Stil trocken, geradlinig, mineralisch — wenig Schnörkel, viel Charakter
Leitrebsorte Silvaner — dezent in der Frucht, klar und erdig
Typische Flasche Bocksbeutel — bauchig, abgeflacht, Form geschützt (vor allem für Franken)
Bekannte Steillage Escherndorfer Lump, nahe Nordheim am Main
In Sankt Sprizz Bioland-Wein vom Weingut Rothe, Nordheim am Main — Basis für Senza (0,0 % vol.) und Classic (5,0 % vol.)

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Weingut Rothe: Bioland-Pionier auf der Weininsel

Der Wein für Sankt Sprizz wächst beim Weingut Rothe in Nordheim am Main, auf der Weininsel. Hinter dem Weingut steht Manfred Rothe — Bioland-Pionier und gelernter Koch. Bioland bedeutet dabei mehr als das grüne Blatt auf dem Etikett: Die Richtlinien sind deutlich strenger als das gesetzliche EU-Bio-Siegel. Was genau dahintersteckt, erklärt der Artikel Was ist Bioland?

Was Rothe außerdem zum Pionier macht — Stichwort Orange Wine —, liest du im Journal nebenan.

Vom Bocksbeutel-Land in den Aperitivo

Hinter Sankt Sprizz stehen drei Stationen: Der Bio-Wein kommt vom Bioland-Weingut Rothe in Nordheim am Main in Franken. In der Genossenschafts-Brennerei Willing von 1881 bei Bad Aibling entsteht die Grundmischung mit Enzian und Wermut — destilliert wird dort übrigens längst nichts mehr. Gemischt und abgefüllt wird am Ammersee, bei PERGER in Breitbrunn.

Das Ergebnis gibt es in zwei Stärken mit gleicher Rezeptur: Senza mit 0,0 % vol. auf Basis von entalkoholisiertem Bio-Wein und Classic mit 5,0 % vol. Der einzige Unterschied ist der Alkohol — auch bei den Kalorien: Senza liegt bei 22 kcal je 100 ml, Classic bei 50 kcal.

Die fränkische Klarheit und Geradlinigkeit ist genau das, was zu einem ehrlichen, fein herben Aperitivo passt — nicht süß, nicht schwer, sondern klar. Der Rosé-Ton kommt ohne Farbstoff aus, die Süße stammt allein aus den Trauben (Traubenmostkonzentrat) — 5,5 g Zucker je 100 ml. Wie aus dem Wein Schritt für Schritt ein fertiger Sprizz wird, steht in Wie wir Sankt Sprizz machen.

Mehr: Regionaler Aperitivo aus Bayern · Was ist Bioland? · Alkoholfreie Aperitivos im Vergleich

Häufige Fragen

Was ist Frankenwein?

Frankenwein ist Wein aus dem bayerischen Anbaugebiet Franken rund um Würzburg und entlang des Mains — meist trocken, klar und mineralisch. Die typische Rebsorte ist der Silvaner.

Was ist ein Bocksbeutel?

Der Bocksbeutel ist die bauchige, abgeflachte Weinflasche, in die hochwertiger Frankenwein traditionell gefüllt wird. Die Flaschenform ist geschützt und steht für die Herkunft Franken.

Darf jeder Wein in den Bocksbeutel abgefüllt werden?

Nein. Die Form ist geschützt — nur Wein aus bestimmten Gebieten darf sie tragen, vor allem aus Franken. Der Bocksbeutel im Regal ist damit ein verlässliches Zeichen für fränkische Herkunft.

Welche Rebsorte ist typisch für Franken?

Der Silvaner. In Franken findet er ideale Bedingungen und zeigt sich klar, mineralisch und geradlinig — weniger fruchtig-süß als anderswo.

Woher kommt der Wein in Sankt Sprizz?

Vom Bioland-Weingut Rothe in Nordheim am Main in Franken. Die Grundmischung entsteht in der Genossenschafts-Brennerei Willing bei Bad Aibling, gemischt und abgefüllt wird am Ammersee bei PERGER in Breitbrunn.

Sankt Sprizz in drei Stärken – Kronkorken mit 0,0 %, 1 % und 5 % vol – Foto: forStory

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